
Aktuelles · 14. Mai 2026
Warum Holz wieder Substanz hat
Es gibt Werkstoffe, die kommen in Wellen zurück. Holz ist einer davon. Seit etwa fünf Jahren sehen wir in Hamburg eine zunehmende Bereitschaft – auch von Bauherren mit Gewerbebezug – mehrgeschossige Bauten in Brettsperrholz oder Holz-Hybrid zu denken.
Drei Gründe für den Wandel
Erstens: Die Regelwerke folgen. Mit der MHolzBauRL 2020 sind Holzbauten bis Gebäudeklasse 5 ohne Sonderregelung realisierbar. Das nimmt Bauherren und Behörden die Unsicherheit.
Zweitens: Vorfertigung verkürzt Bauzeit. Wir hatten zuletzt ein Reihenhausquartier in Lokstedt, das von Bodenplatte bis Rohbau-fertig 14 Werktage brauchte. Der Werkstoff erlaubt eine Präzision, die auf der Baustelle nicht mehr nachgearbeitet werden muss.
Drittens: Lebenszyklus. Holz bindet CO₂, lässt sich rückbauen, neu verwenden, am Ende energetisch verwerten. Für Bauherren, die ihr Gebäude als Generationsinvestition denken, ist das ein hartes Argument.
Wo wir Grenzen sehen
Wir entwerfen keine Holzbauten aus Mode. Im Hochwasserbereich, bei schwierigen Bauteilen mit Dauerfeuchte oder wenn die Bauzeit nicht verkürzt werden muss, ist klassischer Massivbau weiterhin oft die richtige Wahl. Material folgt Aufgabe – nicht umgekehrt.